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Das Ionische Meer - Traumziel für Segler

Ein Bericht von Ümit Uzun

 

Wo Odysseus segeln lernte

Die Ionischen Inseln sind Griechenland pur: Mittelmeerklima, Tavernen, aber auch einsame Strände. 

Jeder kennt das Ionische Meer: als Heimat des griechischen Helden Odysseus von Ithaka.

Von hier segelte er in den zehnjährigen Krieg gegen Troja, und weitere zehn Jahre lässt Homers berühmte Sage ihn auf der sprichwörtlichen Odyssee den Weg zurück in die Heimat suchen.

 

Wir haben heute die Probleme von Odysseus  nicht: Mehr als zwei Wochen dauert kaum ein Chartertörn – und das Ionische Meer ist als Revier so schön und abwechslungsreich, dass man sich eine Irrfahrt nach Troja oder sonst wohin komplett sparen kann.

 

Ionisches Meer, Meganisi, Elmo © halloelmo

ionisches Meer, Meganisi, Elmo © halloelmo

 

Sieben große Ionische Inseln

Bei der Frage, wo genau das Ionische Meer beginnt und wo es endet, teilen sich die Ansichten offenbar – vielleicht ein Überbleibsel aus den Zeiten des antiken Irrfahrers? Doch selbst wenn die Definitionen über die exakte Abgrenzung der Ionischen See unterschiedlich ausfallen, so kann man sich doch als Eselsbrücke merken: Sieben Inseln sind es – mit dem Seegebiet darum herum.

Genauer gesagt: Die Hauptregion der Ionischen Inseln erstreckt sich an der Westküste Griechenlands entlang, von der Insel Korfu im Norden über Paxos, Antipaxos, Lefkas, Ithaka und Kefalonia bis hin nach Zakynthos im Süden.

 

Chartertörn durchs Ionische Meer

... sind so schön wie die Karibik, nur viel näher. Und ... © Pixabay

Chartertörn durchs Ionische Meer

... auch an Land bieten sich bezaubernde Aussichten © Victor Malyushev

 

Viele Eilande dazwischen

Neben diesen genannten Hauptinseln, finden sich noch eine Vielzahl kleinere Eilande in den Gewässern des Ionischen Meeres. Allen voran: die größte, rund 730 km² messende Insel Kefalonia.

 

Am bekanntesten dürfte jedoch Korfu sein, welche neben Lefkas, eine der beiden Hauptausgangshäfen für eine Yachtcharter in diesen Gewässern bildet und auch die bevölkerungsreichste der Ionischen Inseln ist.

 

Es gibt auch Einsamkeit

Das Revier ist übersichtlich; Odysseus dürfte hier stets pünktlich zum Abendessen zu Hause eingetroffen sein. Trotz der großen Bekanntheit dieser Region und ihrer guten Erreichbarkeit findet man aber auch immer ein abgeschiedenes Plätzchen.

Wer in erster Linie die Ruhe sucht, dem seien vor allem die Inseln Ithaka und Kefalonia empfohlen. Während auf Korfu der Tourismus ziemlich flächendeckend Fuß gefasst hast, erlebt man auf diesen Inseln neben unberührten Stränden auch noch echten griechischen Lifestyle.

 

Typisches Mittelmeer-Klima

Das Wetter in dieser Region wird in erster Linie durch das typische Mittelmeer-Klima geprägt. 30 Grad Lufttemperatur und 25 Grad warmes Wasser, sind in den Sommermonaten sicher keine Seltenheit.

Ab September ist das Wasser sogar im Durchschnitt wärmer als die Lufttemperatur, da sich das Meer in den vorangegangenen Sommermonaten so sehr aufgewärmt hat.

Chartertörn durchs Ionische Meer

Beim Landgang laden zahlreiche Tavernen zum Ankern ein © Pixabay

 

Wann ist die beste Zeit?

Die Frage, welche Zeit die Beste für eine Yachtcharter im Ionischen Meer ist, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Die Monate zwischen Juni und September sind aufgrund der Wetterverhältnisse zu Recht am beliebtesten, allerdings zieht dieses Argument auch die meisten Chartergäste an, weshalb in dieser Zeit auch die Charterpreise und die Auslastung der Flotten am höchsten ist.

Als Folge dazu ist es in der Nebensaison nicht nur günstiger zu chartern, man findet auch immer einen Platz im Hafen. Daher finde ich, dass man auch das Frühjahr und den Herbst, also die Monate April, Mai, und Oktober als „sehr gute Zeit“ erwähnen sollte. Denn wer in erster Linie Segeln möchte und ein ursprüngliches Griechenland erleben will, wird mit einem Törn in diesen Monaten sicher ebenso auf seine Kosten kommen.

Es gibt viele malerische Strände, zum Beispiel Katsiki auf Lefkada © Pixabay

 

Starkwind nur bei Düse

Was den Wind betrifft so kann man sagen, dass man hier moderate Bedingungen vorfindet. Obwohl in den Sommermonaten oft ein thermischer Wind weht, ist der vorherrschende Wind vor allem, der aus nördlichen Richtungen kommende Etesien.

Auch dieser weht vor allem in den Sommermonaten, entfaltet hier aber nicht die Stärke wie im Saronischen Golf oder gar in den Kykladen, wo man ihn eher unter dem Namen „Meltemi“ kennt.

 

In den geschützten Buchten ist das Wasser oft so ruhig wie auf einem See.

 

Allenfalls in den Kanälen zwischen einigen Ionischen Inseln, zum Beispiel zwischen Ithaka und Kefalonia, können durch den Düseneffekt die Windstärken um ein bis zwei Beaufort relativ heftig werden. Alles in allem ist das Revier, in dem Odysseus segeln lernte, eine friedliche Oase – kein Wunder, dass der antike Seefahrer alles jenseits davon als gefahrvoll wahrnahm…

 

Ideal für Familien-Törns

Das Ionischer Meer wird daher auch sehr oft von Familien und Chartergästen besucht, die in erster Linie einen gemäßigten Törn erleben möchten.Tipp für Kinder: Nehmen Sie unbedingt Badeschuhe mit dicken Sohlen für den Nachwuchs mit, denn in den zumeist felsigen Buchten wimmelt es von Seeigeln.

Wie Nidri/Lefkada sind viele Häfen auf den Ionischen Inseln Naturhäfen.

 

 

Neben den zu Beginn erwähnten Marinas auf Korfu (Maria Gouvia) und der Marina auf Lefkas, bietet die Region noch eine Reihe weiterer kleiner und sehr kleiner Häfen und zahlreiche wunderschöne Buchten mit kleinen Anlegern und Ankermöglichkeiten.

Was außerdem zählt: Die natürliche Schönheit dieser Region, die gemäßigten Winde, die zahlreichen Tavernen mit ihren typisch griechischen Gerichten und die verschwindend geringen Liegegebühren: Sollte man in einem der Stadthäfen überhaupt mal zur Kasse gebeten werden, so zahlt man für um die 15 Meter Bootslänge nur ca. zehn bis fünfzehn Euro. Zudem gelingt das Ankern fast immer ohne Probleme – der Grund ist perfekt geeignet dafür.

 

Revier der kurzen Wege

Ein Törn in diesem Gebiet wird nie langweilig, weil die kurzen Wege immer einen schnellen Luftwechsel möglich machen. Nur wenige Seemeilen trennen sehr touristische Hot Spots mit vielen Shopping-Möglichkeiten und Nachtleben für Party-People von malerisch einsamen Buchten für Romantiker.

Das Blau, das es so nur im Süden gibt: Myrtos auf Kefalonia © Pixabay

Grundsätzlich lässt sich das Revier in zwei Bereiche unterteilen. Während man, von Korfu aus startend, entweder Kurs auf das griechische Festland oder wie in den meisten Fällen Richtung Süden zu den Inseln Paxos und Antipaxos segelt, so nimmt man bei einem Start ab Lefkada, Kurs auf die südlicher gelegenen Inseln Ithaka, Kefalonia und Zakynthos.

 

 

Aerial landscape of Corfu, Paleokastritsa

Von eugenegg

 

Geheimtipp im Nordwesten

Als kleinen Geheimtipp sollten Navigatoren auch noch die Diapontischen Inseln Othoni, Erikousa und Mathraki mit auf der Seekarte haben, die im Nordwesten Korfus liegen und nur in den seltensten Fällen von Chartergästen besucht werden.

 

Die Inselorte sind noch relativ ursprünglich, Massentourismus gibt es dort nicht.

 

Als Fazit ist zu sagen, dass das Ionische Meer, welches vor allem in den letzten fünf bis acht Jahren immer mehr an Popularität bei Seglern aller Nationen gewonnen hat, ein echtes Revier-Juwel ist. 

 

Auch das Angebot an Charterschiffen hat sich in den letzten Jahren entwickelt, so dass es inzwischen eine Reihe von Vercharterern gibt, die hier Ihre Yachten stationiert haben.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Max Gross (Dienstag, 16 Juni 2020 10:36)

    Toller Bericht. Sobald ich darf will ich dahin!

  • #2

    Klaus (Dienstag, 28 Juli 2020 15:00)

    War schon da und habe faszinierende Zeiten erlebt.
    Nur im Sommer da finden sich hier auch öfter lärmende Engländer ein.
    Vor- und Nachsaison sind zu empfehlen